Tag 2 mit Tania

28. August 2016
Ich bin sehr spät aufgestanden, da Tania erst gegen 14 Uhr nach McLeod Ganj kommen und im Tempel einen Platz reservieren sowie Sitzkissen und Radio besorgen will.
So gehe ich direkt vom Guesthouse zu Sangye’s Kitchen und trage uns ca. 13 Uhr in die Teilnehmerliste zum Momo-Kochkurs ein. Sangye spielt Carrom auf der anderen Straßenseite und ich rede kurz mit ihm, dass er zwei vegane Teilnehmer einplanen kann.
Anschließend frühstücke ich im Shangrila und Tania holt mich um ca. 14.30 Uhr ab. Wir gehen gemeinsam zum Tempel und staunen über den ganzen Betrieb und Rummel der heute schon herrscht. Wir schauen uns noch ein bisschen um und gehen dann die Stufen zum Tempel hoch und versuchen uns einen Überblick zu schaffen, wo wir uns denn sezten dürfen. Es gibt extra Bereiche für die asiatischen Länder, Einheimische und auch Spanier. Aus diesem Grund halten wir nach einem Platz für israelische oder deutsche Teilnehmer ausschau. Wir entdecken keine entsprechend abgesperrten Bereiche und halten nach einem freien Platz ausschau. Überall wo bereits was liegt, eine Matte, ein Tuch, ein Sitzkissen oder einfach nur ein Stück Papier oder Pappe mit Namen darauf ist reserviert.
Es gibt zwei Tempelräume, einer links gelegen, in diesem werden am nächsten Tag Mönche und Nonnen der wahrscheinlich hiesigen Klöster sitzen, der andere rechts gelegen, hier wird der Dalai Lama sowie weitere Mönche während des Teachings sein, dort sind auch Kameras aufgebaut, damit alles auf Bildschirmen übertragen werden kann. Um diese Tempelräume gibt es einen Bereich der für die Umschreitung des Tempels genutzt wird und der rechte Tempelraum wird von, in den Mauern eingelassenen Gebetsmühlen umgeben. Wir finden einen Platz auf dem Teilnehmerbereich gegenüber des linken Tempelraumes. Tania breitet ihre Yogamatte aus und wir versehen diese mit unseren Namen.
Wir haben zwar noch rund 40 Minuten Zeit um zum Kochkurs um 16 Uhr zu gehen, aber wir wollen ja auch noch Sitzkissen und Radios holen. Auf dem Weg zu Sangye holen wir uns Preise für Sitzkissen und Radios ein, da die Radios wohl durchgängig 400 Rupien kosten, nehmen wir auch gleich eines mit sowie für weitere 100 Rupien einen Splitter für den Kopfhöreranschluss, damit wir mit nur einem Radio und zwei Kopfhörern den Teachings beiwohnen können.
Wir kommen ca. 15 Minuten vor Beginn des Kochkurses an, der Raum füllt sich und wir sind letztendlich 13 Leute als die “Gäng” eintrifft. Da die Kapazität des Raumes bei Sangye erschöpft ist vereinbaren Marie, Amelie, Luisa, Mohit und Fabian für Montag einen Termin um 15 Uhr zum Momoskochkurs weil Luisa und Mohit um 18 Uhr McLeod Ganj verlassen werden.
Bei der großen Teilnehmerzahl machen wir pro Form der Momos nur 1 Momo, für die veganen Teilnehmer hat Sangye eine Spinatfüllung extra vorbereitet, die auch noch von nichtveganen Teilnehmern geplündert wird, sonst hätten wir je zwei vegane Momos mit Spinatfüllung machen können.
Nach dem Kochkurs habe ich eine Nachricht von Johanna auf dem Telefon, ob ich ihr ein paar Bananen, Chapati und Schwarztee vorbeibringen könnte. Als Nachtrag kam die Nachricht, das es eigentlich an Fabian sollte, sie nur nicht wisse ob er WLAN hat. Ich frage nach, ob der Wunschzettel noch aktuell ist was Johanna bejaht. Auf dem Weg zur Woeser Bakery holen wir Bananen und in der Woeser Bakery den Tee. Während der Tee für Tania und mich zubereitet wird bringe ich den Schwarztee sowie Bananen zu Johanna, die im Treppenhaus entgegenkommt und nicht gut aussieht.
Zurück bei Tania trinken wir den Tee und nehmen uns noch Kuchen und acht Tsampa Bälle für das Teachings mit. Tania hat vier bestellt und ich dachte das ist ihre Portion und habe die Bestellung kurzerhand verdoppelt. Ich hätte es am Gesichtsausdruck von Tania merken sollen, die vier Tsampa Bälle waren für uns beide gedacht.
Wir gehen in die Baghsu Road um Chapati für Johanna zu holen und für uns Sitzkissen. Als Tania noch kurz in einen Laden/”Supermarkt” geht um einzukaufen, unter anderem auch ein Shampoo für mich, bringe ich die Chapati zu Johanna, diesmal habe ich die Zimmernummer und bringe es direkt an die Türe, Johanna macht die Türe auf und sieht noch schlechter aus als zuvor, auch stimmungstechnisch geht es ihr noch schlechter. Sie bedankte sich nochmals, meinte sie braucht sonst nichts weiter und schickte mich zurück zu Tania, die mittlerweile den Einkauf beendet hatte und mir entgegen kam. Wir gingen in ein Restaurant namens Clay Oven, das zeichnete sich auch dadurch aus, dass man auch nach 20.30 Uhr noch was zu Essen bestellen konnte.
Nach dem Essen führte mich Tania in einen General Store und sie kaufte Zutaten für Sandwiches als Proviant für die Teachings ein.
Wir verabreden uns für morgen sehr früh, um 5.30 wollen wir uns treffen. Ich kann nicht einschlafen und so beginnt eine Zeit mit sehr wenig Schlaf.

Wie alles begann – Achtung, dieser Titel ist irreführend

Die Tage die ich in diesem und den nächsten Beiträgen beschreibe waren sehr intensiv, geprägt von tiefer Verbundenheit und liebevoller Gemeinschaft.
Ich habe lange überlegt wie ich über diese Tage berichten will, jeder Bericht kann dieser Zeit nicht gerecht werden.


Samstag 27. August 2016
Angefangen hat es damit, dass ich das Frühstück um 10 Uhr mit Johanna, Amelie, Marie, Luise, Mohid und Fabian verpennt habe. Wache gegen 12 Uhr auf, da der Regen so laut ist. Wenig später bin ich mit einem Schirm vom Guesthouse auf dem Weg zum SnowLion, vielleicht sind die anderen noch da. Bevor ich allerdings das Common Ground, ein Cafe unterhalb des Guesthouses ankomme, muss ich durch die, über die Straße schwappenden, Fluten waten. Mit entsprechenden nassen Hosenbeinen komme ich komme ich dann in der Stadt an und gehe ins Shangrila, nachdem ich keinen der Gruppe finden konnte.
Im Shangrila sind aufgrund des Wetters alle Tische belegt und ich frage eine einzelne, lesende Frau, die ich schon mal im Restaurant sah, ob ich mich zu ihr setzen dürfe, was sie bejaht. Ich denke mir noch, die hält das Buch verkehrt herum. So bestelle ich mein Essen und als dieses kommt geht sie an den Tresen und bestellt sich noch was. Als sie zurückkehrt nutze ich die Möglichkeit und stelle mich vor. Sie heißt Tania, kommt aus Israel, ist Veganerin, Vater stammt wohl aus der Ukraine und ihr Partner ist Serbe. Wir unterhalten uns lange über die veganen Kulturen in unseren Heimatländern mit den mehr oder weniger aggressiven Gruppierungen. Ihre Schuhe sind komplett nass, zum Glück bin ich mit Sandalen unterwegs. Anschließend zeigt sie mir Läden, in denen ich nach einer wärmeren Jacke, nach der Rüsselseuche und ettlichen Tagen des Frierens, schauen kann und ich versuch ihr bei der Suche nach einem anderen Gästehaus in McLeod Ganj zu helfen. Sie ist aufgrund eines Yogakurses nach Dharamkot gezogen und will, da sie sich gestern ebenfalls zum Dalai Lama Teaching angemeldet hat.
Die Suche nach einer Unterkunft für Tania war leider erfolglos, dafür habe ich mir eine Jacke gekauft, für umgerechnet ungefähr 18 Euro. Während der Suche nach einer Unterkunft und dem Kauf meiner Jacke sehen wir Marie, Amelie und Fabian, Johanna ist immer noch nicht fit.
Auf der Suche nach einer Unterkunft sind wir auch am japanischen Restaurant Lung Ta vorbei gekommen und da Tania darüber gutes gehört hat, gehen wir kurzerhand dort essen. Es werden nur vegetarische Gerichte serviert, auf Wunsch werden die Gerichte vegan zubereitet. Wir erhalten einen Tisch direkt an einem Bücherregal voller Mangas und Tania erzählt, nachdem sie ihre nassen Schuhe ausgezogen hat, das Freunde von ihr total auf Mangas stehen und sie ein Bild vom Regal machen und an diese Freunde senden müsste.  Täglich, außer Sonntags, da ist das Restaurant geschlossen, gibt es zusätzlich zur Karte ein Tagesmenü und wir bestellen uns zwei mal das Menü sowie einen Seaweed Salat, der leider nicht dem entsprach was ich mir erhofft hatte. Kurze Zeit später sitzen wir vor dem Dilemma, der Tisch ist voller Speisen und uns wird schnell klar, der Salat hätte es wirklich nicht mehr sein müssen. So essen wir uns durch unsere Menüs und schaffen diese gerade mit Müh und Not. Somit steht noch der Salat zwischen uns beiden und Tania meint, ich könne den ja als morgiges Frühstück mitnemen. Nach einigem Diskutieren und immer mal wieder ein Stück vom Salat probieren ist dieser auch vom Tisch. Beim Diskutieren war ich der fleissigere, dadurch hat Tania mehr vom Salat gehabt – das Mädel kann was wegputzen – WOW.
Ich bezahle das Essen was zu einer erneuten Diskussion führt, diese verliere ich und so läd Tania mich ins Kino ein. Wir “rollen” den Weg vom japanischen Restaurant, welches einer der tieferen gelegenen Plätze in McLeod Ganj ist zum Kino, dies liegt auf halben Weg zum Main Square und es geht immer bergauf. Am Kino angekommen stellen wir fest, das Kundun bereits um 18 Uhr lief und nicht wie wir beide angenommen hatten um 20.30 Uhr. Der Betreiber des Kinos meinte, der Aushang wäre nicht aktuell und es würde der aktuelle X-Men Film gespielt werden. Tania und ich sind uns einig, dass wir X-Men nicht sehen wollen und der Betreiber fragt uns, was wir sehen wollen. Tania möchte gerne “Wild” mit Reese Witherspoon sehen und da es mir prinzipiell fast egal ist, stimme ich ihrem Wunsch zu. Da wir beiden die ersten und einzigsten Kinobesucher für 20.30 Uhr sind können wir den gewünschten Film sehen. Während wir noch auf das Ende des vorhergegangenen Filmes warten steht Johanna auf einmal hinter uns, sie war in Kundun und war angetan vom Film, sie gibt mir noch ihre Mobiltelefonnummer, damit ich einen Kontakt zur Gruppe habe.
Wir gehen zum “Kinosaal”. Es ist ein mit schwarzem Stoff ausgekleideter Raum und vielleicht 20-30 Stühlen bestückt. Es gibt einen Beamer und eine wellige Leinwand. Vorne steht ein Laptop, auf dem die Filme gespeichert sind. Wir erhalten also eine Privatvorstellung in einem schlechteren Heimkino.
Der Film Wild ist gut und wir lachen viel. Tania hatte während ich meine Jacke gekauft hatte auch veganen Kuchen gekauft, den wir während des Filmes aßen. Der Eintrittspreis wurde nach dem Film kassiert, 300 Rupien pro Person.
Tania muss sich ein Taxi vom Main Square nehmen, da die Straßen nach Dharamkot nicht beleuchtet sind und der Weg mit rd. einer halben Stunde Laufzeit nicht geheuer ist und so begleite ich sie dorthin, da ich den selben Weg habe. Vor dem Blackmagic steht die Gäng (Johanna, Marie, Amelie, Luise, Mohit und Fabian). Wir reden noch kurz und ich bringe Tania dann endgültig zum Taxi.
Ich hatte ihr auch von den Kochkursen von Sangye erzählt und wir haben uns zum Momokochkurs verabredet. Die Gäng ist sich noch nicht sicher ob und wenn ja, wer zum Kochkurs mitkommen mag.

Telegramm

Sonntag 21.08. bis Donnerstag 25.08.
Rüsselseuche wütet verlasse Guesthaus für kurze Restaurantbesuche ins Shangrila – stop – Sonntag kommen Johanna und Florian aufgrund belegter Tische an meinen Tisch – stop – Treffe beide Mittwoch auf Weg zur Bakery mit Luise und Mohit im Schlepptau – stop – Kennt Fabian vom Freiwilligendienst – stop – Donnerstag treffe Johanna und Florian im Shangrila – stop – Marie und deren Freundin Amelie kommen hinzu – stop – Marie eine Freundin von Johanna – stop – Verabredung für Freitag halb Zehn Spaziergang Treffpunkt vorm Black Magic
Freitag 26.8.
Registrierung Dalai Lama Teaching mit Marie und Amelie – stop – Formular ausfüllen Reisepass vorlegen kostet Zehn Rupien – stop – Pünktlich am Treffpunkt anschließend Shangrila frühstücken mit Johanna Fabian Amelie Marie Mohit und Luise – stop – Elf Uhr Aufbruch zum Lake Dal und Tibetan Children’s Village School – stop – Johanna gesundheitsbedingt nicht dabei wollen um Fünfzehn Uhr mit Ihr ins Tibet Museum – stop – Wanderung durch schöne Wälder sowie Lichtungen mit Gebetsfahnen und Dörfer – stop – Endziel geändert auf Flußlauf – stop – Rückweg TCVS und Dal Lake – stop – Rückkehr Neunzehn Uhr