Democracy Day

Democrazy Day
Am Freitag den 02.09.2016 waren wir, Tania, Johanna und ich, wieder beim Tempel, dieser war komplett umdekoriert worden, es prangte die tibetische Fahne am Geländer des oberen Stockes.
Ich hatte am Donnerstag auf der Straße einen Tipp bekommen, das “Programm” am Tempel geboten wird, um 9 Uhr. Wir waren viel zu früh dort, da der Beginn um ca. 10 Uhr erst war. Es wurden Reden gehalten und zwischendrin gab es musikalische Untermalung die, für Tibet typisch, mit Tänzen begleitet wurde. Es war eine sehr farbenfrohe Veranstaltung mit Gruppen unterschiedlichen Alters.
Nach ca. 2-3 Stunden war die Veranstaltung auch schon wieder beendet.

Hier hatte Tania Fotoaufnahmen gemacht, ich hab versucht die Beiträge zu filmen. Das Filmmaterial nimmt einen recht großen Speicherplatz ein, werde ich hier wohl nicht hochladen können.

Dalai Lama Teachings

Montag 29.08.2016 – Donnerstag 01.09.2016
Montag um 5.30 Uhr, traf ich mich mit Tania und wir gingen zum Tempel, wir mußten unsere Plätze freiräumen, andere Matten und Matratzen lagen über unserem Platz.
Tania hatte alles für ein Picknick dabei, Sandwiches mit Erdnussbutter und Rhodendendronmarmelade, Bananen und Nüsse sowie Saft. Wir frühstückten und überbrückten damit die Zeit zum Beginn des Dalai Lama Teachings.
Vor Beginn der Veranstaltung lief der Dalai Lama, in einem Abstand von rd. zwei Meter an unseren Plätzen vorbei.
Aufgrund der vielen Erstteilnehmern gab es sehr viel Grundlagenwissen zum Thema Buddhismus.


 

An den drauffolgenden Tagen trafen wir uns um 6.00 Uhr oder 6.30 Uhr um gemeinsam zum Tempel zu gehen.
Im weiteren wurde vor allem das Praktizieren von Leerheit, Altruismus und das Begehen des Mittelweges vom Dalai Lama behandelt.


Dienstag gingen wir nach dem Teaching zum “Department of Information and International Relations” und beantragten einen Presseausweis, den wir wider Erwartens erhielten. Dieser berechtigte uns, unsere Kameras mit zum Teaching zu nehmen.


Am Mittwoch und Donnerstag war Johanna wieder fit und wir haben Ihr einen Platz bei uns geschaffen. Tania und ich mußten zu einem separaten Eingang, wo unsere Taschen und Jacken gescannt und Kamerafunktionstests gemacht wurden.
Am Mittwoch wurden wir, kurz bevor der Dalai Lama kam, in den Pressebereich geschickt, hier kam er direkt an uns vorbei.
Am Donnerstag waren Tania und ich im Eingangsbereich mit den Kameras untewegs, als er für uns recht überraschend kam, dieses mal gab es keinen Pressebereich und wir mussten selbst Plätze ergattern. Nachdem der Dalai Lama platzgenommen hatte, wurden die Aufgänge zu unseren Plätzen wieder freigegeben. Als ich wieder am Platz war kam kurz darauf auch Johanna. Der Einzug von ihm war diesen Tag sehr früh.


  • Bilder folgen…

Tag 2 mit Tania

28. August 2016
Ich bin sehr spät aufgestanden, da Tania erst gegen 14 Uhr nach McLeod Ganj kommen und im Tempel einen Platz reservieren sowie Sitzkissen und Radio besorgen will.
So gehe ich direkt vom Guesthouse zu Sangye’s Kitchen und trage uns ca. 13 Uhr in die Teilnehmerliste zum Momo-Kochkurs ein. Sangye spielt Carrom auf der anderen Straßenseite und ich rede kurz mit ihm, dass er zwei vegane Teilnehmer einplanen kann.
Anschließend frühstücke ich im Shangrila und Tania holt mich um ca. 14.30 Uhr ab. Wir gehen gemeinsam zum Tempel und staunen über den ganzen Betrieb und Rummel der heute schon herrscht. Wir schauen uns noch ein bisschen um und gehen dann die Stufen zum Tempel hoch und versuchen uns einen Überblick zu schaffen, wo wir uns denn sezten dürfen. Es gibt extra Bereiche für die asiatischen Länder, Einheimische und auch Spanier. Aus diesem Grund halten wir nach einem Platz für israelische oder deutsche Teilnehmer ausschau. Wir entdecken keine entsprechend abgesperrten Bereiche und halten nach einem freien Platz ausschau. Überall wo bereits was liegt, eine Matte, ein Tuch, ein Sitzkissen oder einfach nur ein Stück Papier oder Pappe mit Namen darauf ist reserviert.
Es gibt zwei Tempelräume, einer links gelegen, in diesem werden am nächsten Tag Mönche und Nonnen der wahrscheinlich hiesigen Klöster sitzen, der andere rechts gelegen, hier wird der Dalai Lama sowie weitere Mönche während des Teachings sein, dort sind auch Kameras aufgebaut, damit alles auf Bildschirmen übertragen werden kann. Um diese Tempelräume gibt es einen Bereich der für die Umschreitung des Tempels genutzt wird und der rechte Tempelraum wird von, in den Mauern eingelassenen Gebetsmühlen umgeben. Wir finden einen Platz auf dem Teilnehmerbereich gegenüber des linken Tempelraumes. Tania breitet ihre Yogamatte aus und wir versehen diese mit unseren Namen.
Wir haben zwar noch rund 40 Minuten Zeit um zum Kochkurs um 16 Uhr zu gehen, aber wir wollen ja auch noch Sitzkissen und Radios holen. Auf dem Weg zu Sangye holen wir uns Preise für Sitzkissen und Radios ein, da die Radios wohl durchgängig 400 Rupien kosten, nehmen wir auch gleich eines mit sowie für weitere 100 Rupien einen Splitter für den Kopfhöreranschluss, damit wir mit nur einem Radio und zwei Kopfhörern den Teachings beiwohnen können.
Wir kommen ca. 15 Minuten vor Beginn des Kochkurses an, der Raum füllt sich und wir sind letztendlich 13 Leute als die “Gäng” eintrifft. Da die Kapazität des Raumes bei Sangye erschöpft ist vereinbaren Marie, Amelie, Luisa, Mohit und Fabian für Montag einen Termin um 15 Uhr zum Momoskochkurs weil Luisa und Mohit um 18 Uhr McLeod Ganj verlassen werden.
Bei der großen Teilnehmerzahl machen wir pro Form der Momos nur 1 Momo, für die veganen Teilnehmer hat Sangye eine Spinatfüllung extra vorbereitet, die auch noch von nichtveganen Teilnehmern geplündert wird, sonst hätten wir je zwei vegane Momos mit Spinatfüllung machen können.
Nach dem Kochkurs habe ich eine Nachricht von Johanna auf dem Telefon, ob ich ihr ein paar Bananen, Chapati und Schwarztee vorbeibringen könnte. Als Nachtrag kam die Nachricht, das es eigentlich an Fabian sollte, sie nur nicht wisse ob er WLAN hat. Ich frage nach, ob der Wunschzettel noch aktuell ist was Johanna bejaht. Auf dem Weg zur Woeser Bakery holen wir Bananen und in der Woeser Bakery den Tee. Während der Tee für Tania und mich zubereitet wird bringe ich den Schwarztee sowie Bananen zu Johanna, die im Treppenhaus entgegenkommt und nicht gut aussieht.
Zurück bei Tania trinken wir den Tee und nehmen uns noch Kuchen und acht Tsampa Bälle für das Teachings mit. Tania hat vier bestellt und ich dachte das ist ihre Portion und habe die Bestellung kurzerhand verdoppelt. Ich hätte es am Gesichtsausdruck von Tania merken sollen, die vier Tsampa Bälle waren für uns beide gedacht.
Wir gehen in die Baghsu Road um Chapati für Johanna zu holen und für uns Sitzkissen. Als Tania noch kurz in einen Laden/”Supermarkt” geht um einzukaufen, unter anderem auch ein Shampoo für mich, bringe ich die Chapati zu Johanna, diesmal habe ich die Zimmernummer und bringe es direkt an die Türe, Johanna macht die Türe auf und sieht noch schlechter aus als zuvor, auch stimmungstechnisch geht es ihr noch schlechter. Sie bedankte sich nochmals, meinte sie braucht sonst nichts weiter und schickte mich zurück zu Tania, die mittlerweile den Einkauf beendet hatte und mir entgegen kam. Wir gingen in ein Restaurant namens Clay Oven, das zeichnete sich auch dadurch aus, dass man auch nach 20.30 Uhr noch was zu Essen bestellen konnte.
Nach dem Essen führte mich Tania in einen General Store und sie kaufte Zutaten für Sandwiches als Proviant für die Teachings ein.
Wir verabreden uns für morgen sehr früh, um 5.30 wollen wir uns treffen. Ich kann nicht einschlafen und so beginnt eine Zeit mit sehr wenig Schlaf.

Wie alles begann – Achtung, dieser Titel ist irreführend

Die Tage die ich in diesem und den nächsten Beiträgen beschreibe waren sehr intensiv, geprägt von tiefer Verbundenheit und liebevoller Gemeinschaft.
Ich habe lange überlegt wie ich über diese Tage berichten will, jeder Bericht kann dieser Zeit nicht gerecht werden.


Samstag 27. August 2016
Angefangen hat es damit, dass ich das Frühstück um 10 Uhr mit Johanna, Amelie, Marie, Luise, Mohid und Fabian verpennt habe. Wache gegen 12 Uhr auf, da der Regen so laut ist. Wenig später bin ich mit einem Schirm vom Guesthouse auf dem Weg zum SnowLion, vielleicht sind die anderen noch da. Bevor ich allerdings das Common Ground, ein Cafe unterhalb des Guesthouses ankomme, muss ich durch die, über die Straße schwappenden, Fluten waten. Mit entsprechenden nassen Hosenbeinen komme ich komme ich dann in der Stadt an und gehe ins Shangrila, nachdem ich keinen der Gruppe finden konnte.
Im Shangrila sind aufgrund des Wetters alle Tische belegt und ich frage eine einzelne, lesende Frau, die ich schon mal im Restaurant sah, ob ich mich zu ihr setzen dürfe, was sie bejaht. Ich denke mir noch, die hält das Buch verkehrt herum. So bestelle ich mein Essen und als dieses kommt geht sie an den Tresen und bestellt sich noch was. Als sie zurückkehrt nutze ich die Möglichkeit und stelle mich vor. Sie heißt Tania, kommt aus Israel, ist Veganerin, Vater stammt wohl aus der Ukraine und ihr Partner ist Serbe. Wir unterhalten uns lange über die veganen Kulturen in unseren Heimatländern mit den mehr oder weniger aggressiven Gruppierungen. Ihre Schuhe sind komplett nass, zum Glück bin ich mit Sandalen unterwegs. Anschließend zeigt sie mir Läden, in denen ich nach einer wärmeren Jacke, nach der Rüsselseuche und ettlichen Tagen des Frierens, schauen kann und ich versuch ihr bei der Suche nach einem anderen Gästehaus in McLeod Ganj zu helfen. Sie ist aufgrund eines Yogakurses nach Dharamkot gezogen und will, da sie sich gestern ebenfalls zum Dalai Lama Teaching angemeldet hat.
Die Suche nach einer Unterkunft für Tania war leider erfolglos, dafür habe ich mir eine Jacke gekauft, für umgerechnet ungefähr 18 Euro. Während der Suche nach einer Unterkunft und dem Kauf meiner Jacke sehen wir Marie, Amelie und Fabian, Johanna ist immer noch nicht fit.
Auf der Suche nach einer Unterkunft sind wir auch am japanischen Restaurant Lung Ta vorbei gekommen und da Tania darüber gutes gehört hat, gehen wir kurzerhand dort essen. Es werden nur vegetarische Gerichte serviert, auf Wunsch werden die Gerichte vegan zubereitet. Wir erhalten einen Tisch direkt an einem Bücherregal voller Mangas und Tania erzählt, nachdem sie ihre nassen Schuhe ausgezogen hat, das Freunde von ihr total auf Mangas stehen und sie ein Bild vom Regal machen und an diese Freunde senden müsste.  Täglich, außer Sonntags, da ist das Restaurant geschlossen, gibt es zusätzlich zur Karte ein Tagesmenü und wir bestellen uns zwei mal das Menü sowie einen Seaweed Salat, der leider nicht dem entsprach was ich mir erhofft hatte. Kurze Zeit später sitzen wir vor dem Dilemma, der Tisch ist voller Speisen und uns wird schnell klar, der Salat hätte es wirklich nicht mehr sein müssen. So essen wir uns durch unsere Menüs und schaffen diese gerade mit Müh und Not. Somit steht noch der Salat zwischen uns beiden und Tania meint, ich könne den ja als morgiges Frühstück mitnemen. Nach einigem Diskutieren und immer mal wieder ein Stück vom Salat probieren ist dieser auch vom Tisch. Beim Diskutieren war ich der fleissigere, dadurch hat Tania mehr vom Salat gehabt – das Mädel kann was wegputzen – WOW.
Ich bezahle das Essen was zu einer erneuten Diskussion führt, diese verliere ich und so läd Tania mich ins Kino ein. Wir “rollen” den Weg vom japanischen Restaurant, welches einer der tieferen gelegenen Plätze in McLeod Ganj ist zum Kino, dies liegt auf halben Weg zum Main Square und es geht immer bergauf. Am Kino angekommen stellen wir fest, das Kundun bereits um 18 Uhr lief und nicht wie wir beide angenommen hatten um 20.30 Uhr. Der Betreiber des Kinos meinte, der Aushang wäre nicht aktuell und es würde der aktuelle X-Men Film gespielt werden. Tania und ich sind uns einig, dass wir X-Men nicht sehen wollen und der Betreiber fragt uns, was wir sehen wollen. Tania möchte gerne “Wild” mit Reese Witherspoon sehen und da es mir prinzipiell fast egal ist, stimme ich ihrem Wunsch zu. Da wir beiden die ersten und einzigsten Kinobesucher für 20.30 Uhr sind können wir den gewünschten Film sehen. Während wir noch auf das Ende des vorhergegangenen Filmes warten steht Johanna auf einmal hinter uns, sie war in Kundun und war angetan vom Film, sie gibt mir noch ihre Mobiltelefonnummer, damit ich einen Kontakt zur Gruppe habe.
Wir gehen zum “Kinosaal”. Es ist ein mit schwarzem Stoff ausgekleideter Raum und vielleicht 20-30 Stühlen bestückt. Es gibt einen Beamer und eine wellige Leinwand. Vorne steht ein Laptop, auf dem die Filme gespeichert sind. Wir erhalten also eine Privatvorstellung in einem schlechteren Heimkino.
Der Film Wild ist gut und wir lachen viel. Tania hatte während ich meine Jacke gekauft hatte auch veganen Kuchen gekauft, den wir während des Filmes aßen. Der Eintrittspreis wurde nach dem Film kassiert, 300 Rupien pro Person.
Tania muss sich ein Taxi vom Main Square nehmen, da die Straßen nach Dharamkot nicht beleuchtet sind und der Weg mit rd. einer halben Stunde Laufzeit nicht geheuer ist und so begleite ich sie dorthin, da ich den selben Weg habe. Vor dem Blackmagic steht die Gäng (Johanna, Marie, Amelie, Luise, Mohit und Fabian). Wir reden noch kurz und ich bringe Tania dann endgültig zum Taxi.
Ich hatte ihr auch von den Kochkursen von Sangye erzählt und wir haben uns zum Momokochkurs verabredet. Die Gäng ist sich noch nicht sicher ob und wenn ja, wer zum Kochkurs mitkommen mag.

Telegramm

Sonntag 21.08. bis Donnerstag 25.08.
Rüsselseuche wütet verlasse Guesthaus für kurze Restaurantbesuche ins Shangrila – stop – Sonntag kommen Johanna und Florian aufgrund belegter Tische an meinen Tisch – stop – Treffe beide Mittwoch auf Weg zur Bakery mit Luise und Mohit im Schlepptau – stop – Kennt Fabian vom Freiwilligendienst – stop – Donnerstag treffe Johanna und Florian im Shangrila – stop – Marie und deren Freundin Amelie kommen hinzu – stop – Marie eine Freundin von Johanna – stop – Verabredung für Freitag halb Zehn Spaziergang Treffpunkt vorm Black Magic
Freitag 26.8.
Registrierung Dalai Lama Teaching mit Marie und Amelie – stop – Formular ausfüllen Reisepass vorlegen kostet Zehn Rupien – stop – Pünktlich am Treffpunkt anschließend Shangrila frühstücken mit Johanna Fabian Amelie Marie Mohit und Luise – stop – Elf Uhr Aufbruch zum Lake Dal und Tibetan Children’s Village School – stop – Johanna gesundheitsbedingt nicht dabei wollen um Fünfzehn Uhr mit Ihr ins Tibet Museum – stop – Wanderung durch schöne Wälder sowie Lichtungen mit Gebetsfahnen und Dörfer – stop – Endziel geändert auf Flußlauf – stop – Rückweg TCVS und Dal Lake – stop – Rückkehr Neunzehn Uhr

Katzen, Vögel, Ziegen, Kühe, Affen und Hunde hab ich schon gesehen

Endlich kann ich Bilder hochladen. Wie Ihr vielleicht schon gesehen habt, sind den bisherigen Beiträgen bereits Bilder hinzugefügt. Künftig werden diese dann auch gleich beigefügt sein. Was ich bisher jedoch über das Smartphone und das Tablet nicht hingekriegt habe, wie ich Bilder im Hochformat drehen kann, damit diese auch im Blog in der richtigen Ausrichtung ankommen. Deswegen, seht es als Gymnastik für den Kopf an. Beim Baghsu Wasserfall ist mir die Übung für Euch besonders gut gelungen.

Ich habe mir die Aufgabe vorgenommen die besten Momos der Stadt zu finden und versuche nun ständig andere Cafes und Restaurants aufzusuchen.
Der Unterschied zwischen Cafes und Restaurants ist mir noch nicht so klar, in beiden gibt es warme Speisen, warme sowie kalte Getränke und oft genug Kuchen etc., ich hab aber auch schon Gastronomien gefunden, die nur Getränke und Kuchen servieren, die heißen dann Bakery.

Hier auch noch ein paar Eindrücke aus McLeod Ganj:

Samstag 20.08.2016
Heute ist die Rüsselseuche ausgebrochen. Sollte diese nicht über Nacht ein bisschen abklingen, werde ich wohl ins Krankenhaus müssen, immerhin ist mit einem Männerschnupfen nicht zu spaßen  – oder ich schau einfach wo ich die nächste Großfamilienpackung an Taschentüchern herbekomme.
Aus diesem Grund habe ich heute meinen Tag im Shangrila Restaurant bei Tee und Momos verbracht. Hier ist der Zitronen- oder Ingwertee sehr günstig, für einen Liter bezahlt man 60 Rupien, also weniger als einen Euro. Bei diesen Tees sind klein geschnittener Ingwer, bzw. Zitronen, diese sind hier kleiner als Tischkickerbälle, enthalten. Die Momos sind gut, aber da geht doch sicher noch mehr.
Metok ist ebenfalls krank, deswegen haben wir heute keine Fotos gemacht.

Freitag 19.08.2016
Das Opfer an Montezuma scheint wohlwollend angenommen worden zu sein.
Von Vicky hatte ich die Momos im Shangrila empfohlen bekommen. Dieser Empfehlung ging ich nach der Abgabe beim “Laundry Service” nach. Habe mich dann jedoch von einer anderen Speise verführen lassen. Wie es sich herausstellte handelte es sich dabei um drei riesige frittierte Momos, die den Teller füllten. Zum Vergleich möchte ich aber demnächst dann noch die dampfgegarten Momos testen.
Anschließend bin ich ins Museum um das erwähnte Buch zu holen, es war tatsächlich da. Ich hole mir noch kurz Brot und Mandelbutter (reines Mandelmus), welches sogar teurer ist als in Deutschland. Ich bringe alles ins Shree Guesthaus und bereite mich aufs Blogschreiben vor.
Metok meldet sich, sie ist gerade im Shamballa, dieses Cafe liegt direkt neben dem Shangrila und ich treffe sie und einen Klassenkameraden wenige Minuten später. Dieser bricht ca. 10-20 Minuten nach meiner Ankunft auf und ich gehe mit Metok ins nächste Restaurant essen, es gibt südindische Masala Dosas. Metok möchte Wein trinken und bestellt eine Flasche, dass ich keinen Alkohol trinke hat sie wohl vergessen und so trinkt sie die halbe Flasche alleine und nimmt den Rest mit nach Hause, wohin wir gegen 21.30 Uhr auch aufbrechen. Aufgrund ihres Alkoholkonsumes begleite ich sie noch ein gutes Stück, bevor wir uns verabschieden und ich wieder ins Gästehaus zurückkehre.

Donnerstag 18.08.2016
Der Tag war durch langes schlafen und den Galerien für den Blog vorbereiten geprägt. Bin gegen 18 Uhr aus dem Gästehaus gegangen und hab erst mal Toilettenpapier besorgt.
Wurde gestern von einem Straßenhändler gefragt, ob ich ihm was “made in Germany” hätte, er würde es mir gerne abkaufen. Mir fiel nur mein Vorhängeschloss ein und erwähnte es, er war sehr interessiert. Aus diesem Grund hatte ich dieses in meine Tasche gepackt, mir kam jedoch die Idee, dass sich vielleicht noch jemand anderes darüber freuen könnte. Ich steuerte also den Stand von Sanju an und er war zu so später Zeit noch da. Ich fragte ihn, ob er Verwendung für das Vorhängeschloss habe, was er bejahte und freute sich wie ein kleines Kind an Weihnachten, dass ein lang ersehntes Geschenk erhielt.
Sanju hatte mir gegenüber erwähnt das er nicht lesen kann. Das er die Buchstaben erkennt, habe ich bereits gemerkt, er tut sich mit dem Zusammenfügen zu Worten noch schwer. Ich hatte mir die letzen Abende Gedanken gemacht und fragte ihn nun, ob er beim Lesen lernen Hilfe bräuchte, ich zwar keine Erfahrung mit dem Lehren von Schrift, bzw. Verständnis von gelesenem habe, ihm aber gerne helfend zur Seite stehen würde. Er erwiederte, dass ein Freund ihm helfen würde und sie mit einem Buch üben würden.
Sanju zeigt mir noch einen Laden, wo ich ein Opfer für Montezuma kaufe (Bananen, diese Opfere ich abends in Montezuma’s Tempel “Mein Körper ist ein Tempel und viele Götter haben Platz darin”). In der Zeit des Einkaufs schließt er seinen Stand und wir gehen noch gemeinsam bis zu Nick’s Italian Kitchen und verabschieden uns. Ich bestelle mir Bruscetta mit Basilikum und Ingwertee. Als ich esse kommt Metok ins Restaurant und wir beschließen die Tage Fotos zu machen, sie mag meine Bilder.

Mittwoch 17.08.2016
Ich zog aus dem Kunga’s Guesthaus aus und in das Shree Guesthaus ein. Die Zimmerpreise liegen hier bei 500 Rupien, also fast die Hälfte zum letzen Zimmer. Ich hoffe ich erhalte hier meinen Rabatt auf 400 Rupien, den ich ziemlich widerwillig zugesagt bekommen habe, aber ich werde hier wohl bis Ende September verweilen. Das Internet und das WLAN sind das erste mal brauchbar schnell.
Das Gästehaus ist sehr ruhig und liegt ein bisschen bergauf im Wald aber nur rd. 2-300 Meter vom zentralen Platz, an dem die Busse und Taxis abfahren, entfernt.
Nach dem Auspacken bin ich dann zu meinem verspäteten Frühstück in die Stadt gelaufen, unterwegs bemerkte ich das ich meine Regenjacke auf dem Zimmer vergessen hatte.
So kam ich in einem Cafe an, das ich sonst immer nur im Vorbeigehen registrierte: Lobsang’s 4 Seasons Cafe. Während ich auf das Essen wartete fing es an zu regnen, hielt jedoch nicht an bis ich das Cafe verlies. Ich erhielt 10 Momos anstatt der üblichen 8 Momos, aber mit wenig Füllung. Die Suche geht also weiter.
Nun machte ich mich wieder auf den Weg ins Tibet-Museum um Bilder zu machen. Vorher sollte ich aber noch an einen Geldautomaten und den Geldbeutel wieder auffüllen, da die Reparatur des Telefones und das drum-herum doch ein gewisses Loch in die Kasse gerissen hat. Auf dem Weg treffe ich Vicky wieder, der mich bis zum Geldautomaten (ATM) mit einem seiner Freunde begleitet. Das Abheben ist mit meiner Kreditkarte auf 10.000 Rupien begrenzt und so erhalte ich beim zweiten Versuch dann auch mein Geld. Dies war die erste Nutzung eines Geldautomaten in Indien, eine Gebühr wurde mir nicht angezeigt, so müsste nur die Umrechnungsgebühren mit 0,2 % anfallen, wesentlich günstiger als in einer Wechselstube, diese nahmen rd. 3 % Gebühren.
Den Weg zum Tibet-Museum läuft man die schmale, mit Ständen gesäumte Temple Road entlang. Wie man, als Ortsfremder allerdings ohne einen Stadtplan die Straßenbezeichnungen rausbekommen soll, ist mir noch ein Rätsel. Wobei es irgendwie schon einen Sinn dahinter gibt: Baghsu Road führt nach Baghsu, Temple Road zum Tempel und die Tushita Road zum Tushita Center, wie gesagt ohne Ortskenntnis erst mal schwer nachzuvollziehen.
Das Fotografieren im Museum gestaltete sich schwieriger als gedacht, die Textplakate hängen teils schief, sind gewellt und werden ungünstig beleuchtet. Konnte jedoch einigermaßen zufriedenstellende Aufnahmen machen. Am Anfang des Museums steht eine Vitrine mit hier erhältlichen Büchern, nach Auskunft einer Tibeterin von der Information/Museumsshop sei darunter wohl auch eines, dass den Museumsinhalt widergeben soll, das allerdings erst am folgenden Tag wieder vorrätig sein sollte. Dies werde ich mir die kommenden Tage ansehen, dann kann ich die Bilder vielleicht wieder löschen und dafür ein “Buch” (eher ein Taschenbüchlein) mitnehmen.
Anschließend ging ich zur Woeser Bakery und holte mir Empfehlungen zu den besten Momos der Stadt ein, neben einem Tee und Kuchen.
Den Empfehlungen folgend machte ich mich auf die Suche nach dem ersten Restaurant, welches sich in der Dharamkot Road befinden und nur ca. zwei Minuten vom zentralen Platz entfernt sein sollte. Ich lief einfach weiter, bis die Straße schlechter wurde, drehte um und fragte in einem Laden nach dem Restaurant. Hier erhielt ich die Aussage, dass der Ruhetag des Restaurants Mittwochs sei und eine präzisere Angabe wo es sich befindet. Also ging ich den Weg zurück, fand das Restaurant und ging zur zweiten Empfehlung in ein Restaurant gegenüber dem Kalchakra Temple (der von zwei Straßen zugänglich ist) in der Temple Road. Der Zugang zum Restaurant führt über eine Treppe in das Obergeschoß, dort waren wenige Tische, dafür aber alle belegt. Ich setzte mich zu einem einzelnen Herren und gab meine Bestellung auf. Erst schaute ich den Leuten am Tempel zu, dann erhielt der Herr gegenüber sein Kingsfisher Beer (nur zum Verkauf in Himachal Pradesh) und ich entdeckte durch die Pflanzen, die uns vom Tisch hinter dem Herren trennten, ein mir bekanntes Gesicht, dort saß Metok und unterhielt sich mit jemandem, ich wollte nicht stören und blieb an meinem Platz. Kurze Zeit entdeckte sie mich und lud mich an ihren Tisch ein, sie stellte mich Ihrem Klassenkameraden vor. Wir unterhielten uns zu dritt, ich erhielt die Momos, sehr “spongy” – d.h. ziemlich schwammig und die Füllung der Momos verteilte sich, wenn man nicht aufpasste auf dem Teller. Der Mitschüler bezahlte für uns alle und wir machten uns auf den Weg heim.
Auch hier wurde ich auf der Suche nach den besten Momos nicht fündig.
Kaum im Gästehaus angekommen traf mich Montezumas Rache, nachdem die letzten zwei Tage leichte Anzeichen zu vernehmen waren und ich am Dienstag vorsichtheitshalber auf dem Zimmer blieb, und ich stellte fest, dass weder Toilettenpapier vorrätig noch warmes Wasser, trotz Boiler, gegeben war. Nach einer gewissen Zeit verkroch ich mich in den Schlafsack, den ich zum ersten mal nutzte, da mir kalt war und die Decke hier mich nicht ausreichen wärmen würde.

Montag 15.08.2016
Am Montag habe ich nicht viel gemacht, ein bisschen den Blogeintrag überarbeitet, bis die Änderung endlich online ist gehen fast zwei Stunden ins Land, da das Internet durch die erhöhte Anzahl an Nutzern sehr in die Knie gegangen ist. Als ich noch versuche die Änderung hochzuladen und die Wartezeit mit dem aus dem Fenster schauen verbringe, kommt eine europäisch aussehende Frau mit Sohn und indischem Begleiter an den Tisch und fragen ob sie sich setzen dürften. Ich bejahe und während den Unterhaltungen stellt sich heraus, dass Anja und Ihr Sohn aus München kommen. Der indische Begleiter notiert mir noch einige Speisen, die ich essen kann auf. Zwischendurch kommt der, vom Regen durchnässte, Sanju kurz an die Restauranttüre, reinkommen mag er nicht, er ist auf dem Weg heim.
Als das Wetter wieder besser wird, verabschieden sich die Drei wieder und ich kann mich wieder dem “aus dem Fenster schauen” widmen, da der Blogeintrag mittlerweile wieder aktualisiert ist.
Da läuft Sanju wieder am Restaurant vorbei und ist wieder auf dem Weg zu seinem Stand. Wenig später folge ich ihm. Wir sitzen an seinem Stand und reden miteinander, unterbrochen von der Reparatur eines Rucksackreisverschlusses und der Herausgabe reparierter Schuhe bevor es wieder anfängt zu regnen. Ich lade ihn noch zu Tee und Momos ein und sitzen noch ein bisschen im Restaurant, bis er wieder zu seiner Frau zurückgeht.
Danach geh ich noch kurz ins Shree Guesthaus und mache den Umzug am 17.08. fest.

Traurigster Tag seit Beginn der Reise und was sonst noch bis heute geschah

Die letzten Tage waren nicht so ereignisreich, daher kann ich diese über einen längeren Zeitraum zusammenfassen.


Der Mittwoch war bisher der traurigste Tag der Reise. Angefangen hat der Tag mit dem Schreiben von Glückwunschkarten und beim Frühstücken das Verfassen eines Blogeintrages. Hierfür hatte ich mir einiges an Zeit gelassen, so dass ich dann gegen 15 Uhr zum Tibet Museum aufgebrach.
Das Museum hat sehr wenige Exponate und besteht größtenteils aus Text- und Bildplakaten sowie Fotos. In den Texten wird die Invasion Tibets, der Wiederstand gegen die Besatzungskräfte sowie die Flucht und Misshandlungen und Ermordungen, ja letztendlich die in Tibet betriebene Zerstörung einer ganzen Völkeridentität behandelt. Als ich an der Wand mit den Selbstentzündeten Todesopfer ankam war ich schon so emotional fertig, dass ich aufhören musste weiterzulesen, sonst hätte ich im Museum meine Tränen nicht mehr zurückhalten können.

Es ist traurig was für Grausamkeiten durch den Menschen entstanden und auch heute immer noch entstehen. Selbst in Deutschland wo die erstarkten Nazis gegen die Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern vorgehen. Ich wollte meinen Blog frei von Politik und dergleichen halten, aber es war genau das was mir hier durch den Kopf ging.

Um den Kopf wieder ein bisschen klarer zu bekommen ging ich mal wieder in den Tempel um diese friedliche Atmosphäre aufzunehmen.

Anschließend wärmte ich mich wieder im Restaurant bei Momos und Tee auf, als ich Metok auf der Straße vorbeilaufen sah. Habe sie hereingewunken und wir haben uns noch ein bisschen unterhalten. Mir fiel auf, dass sie viele Narben an den Fingern hat, war jedoch nicht in der Stimmung hier nachzufragen, da sie in der Zeit der Inhaftierung durch chinesische Kräfte sicher auch einiges mitgemacht hatte.
Mit dieser traurigen Stimmung ging ich dann auch ins Bett.


Am Donnerstag war ich, nachdem ich mich wegen starkem Regens dazu entschieden hatte bis ca. 11.15 Uhr im Bett zu bleiben, erneut beim Momos-Kochkurs. Dort machte ich von den entscheidenden Momenten, dem Formen der Momos, Videos.
Die Anfragen von Freunden und Famiele nach den Momos-Rezepten sind da, bin mir noch am überlegen ob Ihr mein Momos-Kochbuch kaufen sollt oder ob ich ein Rezeptbüchlein mit mehr als 3 Rezepten rausbringen soll und als Vorgeschmack das Momos Rezept herausrücke.
Beim Kochkurs waren wir dieses mal zu sechst. Jamie, vom Brotbackkurs am Montag, zwei Portugiesinnen und ein israelisches Ehepaar, wobei er meinte nur zum Filmen und Essen dabei zu sein – hier konnte ihn Sangye überzeugen mitzukochen und wer konnte es ahnen, er ist ein Naturtalent. Ob er künftig zuhause kochen muss/darf? Sangye hält den Kurs ab wie zuvor am Sonntag, es gab keine Anpassung an die Teilnehmerzahl, was auch schwierig ist, wenn sich nur drei Teilnehmer angemeldet haben und die anderen drei so hinzu kamen, was ebenfalls möglich ist, aber eben der Planungssicherheit wegen eine Voranmeldung erbeten wird.
Ich empfehle jedem, der in McLeod Ganj ein paar Tage verweilt in Sangye’s Kitchen einen Kochkurs zu belegen. Vorteilhaft ist es natürlich, wenn man sich ein bisschen an die Aussprache gewöhnt hat (ich sag nur Momo Feelings/Fillings). Man hat sehr lustige zwei Stunden Kochkurs zu erwarten und leckere Ergebnisse, wobei ich hier nur von den Momos und dem Brot sprechen kann.

Anschließend zeigt mir Jamie noch ihr Guesthouse und wir gingen noch Essen. Der Abend gestaltete sich nett, jedoch musste ich deswegen Metok versetzen, die sich jedoch nicht über Facebook gemeldet hatte. Gegen 20.30 Uhr verabschiedete ich mich von Jamie, da ich noch meine Kleidung vom Waschservice abholen sollte, da ich sonst am nächsten Tag keine frische Kleidung zum anziehen gehabt hätte (vor allem Unterwäsche, an den Umstand das man als Backpacker die Unterwäsche auch länger als einen Tag tragen kann muss ich mich erst noch gewöhnen, aber nicht so lange es eine Möglichkeit zum waschen gibt – selbstwaschen kommt noch nicht in Frage, da aktuell die Wäsche ohne Trockner tagelang feucht bleibt).


Freitag war das Restaurant gut gefüllt und ich war glücklich einen Fensterplatz zu ergattern. Ein junger Mann, den ich die letzten Tage häufiger im Restaurant gesehen hatte (er ging immer an das große Bücherregal, nahm sich ein Buch, setzte sich an einen Tisch und beann zu lesen) kam, nachdem er am Buchregal war und fragte ob er sich setzten dürfte, da kein freier Tisch verfügbar war, was ich natürlich bejahte und er stellte sich als Sebastian vor. Nun konnte ich auch einen Blick auf sein Buch werfen, Kafka on the shore von Haruki Murakami. Wir unterhielten uns und es stellte sich heraus, dass er aus Schweden kommt und im vergangenen Jahr für zehn Monate hier in McLeod Ganj war. An diesem Tag kam er nicht zum lesen und ich meinte, er könne ja mal fragen ob er das Buch ausleihen könnte und da dies wohl unproblematisch war, nahm er das Buch mit.
An diesem Tag wollte ich einer Empfehlung von Jamie nachgehen und in einen Tibet-Fairtrade-Laden gehen. Jedoch beides mal, als ich dort vorbeigeschaut hatte, war der Laden geschlossen. Auf dem Weg zum ersten Besuch hab ich Vicky wieder gesehen, er meinte auf die Frage wo er denn die letzte Zeit gewesen sei, dass er bei starkem Regenwetter nicht in der Stadt sei, da es keine Arbeit für ihn gäbe.
Zwischen den beiden Besuchen war ich im “Peace Cafe” und habe Kartoffelmomos probiert, hier waren weder Zwiebel, Knoblauch noch Ingwer in der Füllung enthalten und entsprechend fade waren die Momos. Sangye hat recht, wenn er sagt, in jede nicht süße Füllung gehört Zwiebel auf jeden Fall dazu. Knoblauch und Ingwer würde ich persönlich auch fast überall dazu tun, der Geschmack wird es einem danken.
In der Zeitschrift “Contact” die mancherorts kostenlos ausliegt habe ich ein Inserat für Massagen gesehen und mir überlegt, ob ich mir eine gönnen soll und wollte das Studio suchen gehen. Kurz vor meinem Gästehaus gabelt sich die Straße, das Gastehaus liegt in der Baghsu Road und die rechts abgehende Straße ist die Dharamkot Road und die Straßen führen in die jeweiligen Orte. An dieser Kreuzung lief ich Sanju in die Arme, er repariert Schuhe am Straßenrand und ich habe ihn zuvor bei meinem Spaziergang zum Baghsu Wasserfall getroffen. Er lud mich zum Tee ein und wir saßen an seinem Stand, der recht ruhig gelegen ist, ihm wurden bessere Plätze verwehrt. Er meinte das läge unter anderem auch daran, dass er nicht ortsansässig wäre. Im folgenden Gespräch erfahre ich, dass er 24 Jahre alt ist, von seinen Eltern verheiratet wurde, die Hochzeit wurde vollzogen als er 20 war. Von seinem 9.-16. Lebensjahr arbeitete er im Kunstoffrecycling, danach übernahm er das Schuhmacherhandwerk von seinem Vater. In der Schule war er entsprechend nicht und tut sich schwer mit dem Lesen.
Als es anfing erneut zu regnen, zwischendurch wichen wir bei Regen unter eine Wassertanküberdachung aus, beschloß er, seinen Stand für den Tag zu schließen und heim zu gehen. Da wir, zumindest ein kurzes Stück den selben Weg hatten und ich ja eigentlich noch das Massagestudio suchen wollte, gingen wir den Weg gemeinsam. An einer erneuten Gablung lud er mich zu sich nach Hause ein. Dies ist ein ca. 4 x 4 Meter messendes Zimmer mit Wellblechdachschräge. Ein Gaskocher, ein Fernseher, ein paar wenige Habseeligkeiten und eine Matratze sind im mit Teppich ausgelegten Zimmer. Die Nachbarin war mit ihren Kindern zu Besuch, verabschiedete sich aber kurz nach unserer Ankunft. Sanju hatte viel zu erzählen, vor Allem von seiner religiösen Weltansicht aber auch von seiner familiären Situation bis hin zum verlorenen Kind seiner Frau, so hörte ich meistens nur gespannt zu. Seine Frau bereitete nebenher einen gesüßten Schwarztee für uns zu, als sie uns die Metallbecher reichte, verbrannte ich mir fast die Finger, nach einigen Minuten war der Tee dann soweit abgekühlt das ich in kleinen Schlücken anfangen konnte zu trinken.
Nach rund drei Stunden mit Sanju verabschiedete ich mich, da ich hoffte Metok zu sehen, nachdem es am Tag zuvor nicht klappte.
So saß ich im Restaurant und verzehrte mein Abendessen als dann Metok vor mir stand und sich entschuldigte, dass sie gestern nicht da war. Ich erzählte ihr, dass ich ebenfalls mich entschuldigen wollte, da ich ebenfalls nicht da war und wir verabredeten uns für den folgenden Tag, da sie Samstag und Sonntag keine Konversationsklasse hat. Ich sprach sie auch auf ihre Narben an den Fingern an, diese stammen wohl aus der Kindheit, als sie sich öfters mal Wunden zugezogen hatte und nicht wie befürchtet aus der Zeit in chinesischer Gewalt. Hier gibt es sicherlich andere Verletzungen.


Am Samstag war ich schon früh auf und entsprechend früh (noch vor 12 Uhr) im Restaurant. Irgendwie war, sicher auch aufgrund des Regens viel los im Restaurant und ich bekam nur in einem, von der Straße nicht einsehbaren, hinteren Zimmer einen Tisch. Nachdem ich mein Frühstück zu mir genommen hatte kam Jamie und setzte sich zu mir, bestellte sich eine Suppe zu essen und gab mir Tipps für meinen weiteren Indien-Aufenthalt und ließ mir einige hilfreiche Dateien per Bluetooth zukommen. Die Zeit verging und es war 15 Uhr, Metok kam leider nicht und wir zogen in das Cafe Lhamo’s Croissant um, da Jamie dort mit einer Freundin verabredet war. Jamie zeigte mir, wo das Cafe ist und ging kurz zurück in ihr Gästehaus, das Ladekabel für Ihren Laptop zu holen. Nach einer Weile kam sie zurück und wir redeten miteinander, tranken Tee und hatten einen kleinen Snack, sie probierte die Quiche und ich den Mokka-Kuchen.
Mit Jamie komm ich langsam an immer mehr vegane Angebote. Mittlerweile hab ich jetzt schon drei gute Anlaufstellen für Kuchen, das wird auf die Dauer nicht gut enden.
Ihre Freundin Jihye, eine Südkoreanerin, ließ sich Zeit und ist, als sie ankommt aufgrund der wohl ortsweiten Strom- und Internetausfälle nicht gerade erfreut, da sie noch etwas bis zum Abend (Abgabeschluss) fertig bearbeitet haben sollte. Nach einigem hin und her, bot ich ihr an einen mobilen Hotspot mit meinem Telefon und ihrer Sim-Karte zu eröffnen, da mit ihrem Telefon das aus irgendeinem Grund nicht ging. Daraufhin fängt Sie an zu arbeiten und Jamie und ich setzten unsere Unterhaltung fort. Irgendwann meinte Jihye sie braucht eine Pause und möchte ins Om-Hotel zum Essen gehen, dort gäbe es wohl sehr gute Momos (das kam diesmal wirklich nicht von mir). Gesagt getan, machten wir uns auf dem Weg zu dem Hotel. Auf dem zentralen Platz in McLeod Ganj sind sehr viele Menschen. Entweder ist irgendwas besonderes oder hab ich das einfach nur noch nicht erlebt, da ich Abends so selten unterwegs bin. Im Hotel angekommen werden einmal Suppe mit Nudeln für Jamie und zweimal Momos bestellt. Ohne die beiden Frauen wäre ich wahrscheinlich nie zu dem Hotel gekommen, da ich diesen Weg noch nicht mal registriert hatte.
Ich habe viel Glück Jamie am Montag beim Backkurs über den Weg gelaufen zu sein.
Die Momos waren sehr lecker und interessant zu sehen, wieviel Chilisauce eine zierliche Südkoreanerin mal kurz mit ein paar Momos wegputzen kann (sogar nachbestellt). Jamie lud mich ein, als Retoure für das Essen am Donnerstag Abend. Anschließend sind wir noch ins Bogdo Cafe gegangen, wo Jihye weiterarbeitete und wir so noch eine Weile ganz entspannt zusammensaßen.
Auf dem Heimweg hab ich mir noch einen Kuchen vom Straßenstand mit tibetischen Backwaren mitgenommen.
Im Gästehaus angekommen habe ich mir noch aufgrund des Todes von Kenny Baker (Star Wars R2-D2) “Das Imperium schlägt zurück” angeschaut.
Als ich ins Bett gehen wollte blieb ich am Ladekabel des Mobiltelefones hängen und das Gerät stürzte auf den Boden, dabei wurde der USB-Port zerstört und ich konnte den Akku nicht mehr laden. Ich versuchte noch, soweit möglich, Daten auf die Speicherkarte zu verschieben und ging dann ins Bett.


Sonntag morgen bin ich wieder früh aufgewacht und habe mich noch vor dem Frühstück zu einem Reparaturservice und Dienstleister rund ums Telefon aufgemacht. Zuerst schaute er mein Telefon an, also ob es aus einem anderen Land kommen würde und meinte, ich solle In zwei Stunden wiederkommen, die Reparatur würde 450 Rupien kosten. In der Wartezeit bin ich erst mal frühstücken geganen und schlug ein bisschen die Zeit tot. Als ich dann wieder vor Ort vorsprach, meinte er, das es wohl komplizierter sei, die entsprechende USB-Buchse zu organisieren und er bereitete mich schon darauf vor, dass ich ggf. ein günstiges indisches Gerät kaufen könnte, wenn die Reparatur in Indien nicht möglich wäre. Er bat mich noch um ein bisschen Zeit und ich ging nochmals spazieren und lief Vicky über den Weg.
Mir fällt erst jetzt auf, dass er tatsächlich keine Guide-Leistungen mehr verkaufen möchte, sondern die Gespräche immer irgendwie nett verlaufen.
Als ich später wieder am Stand vorbeikam erklärte mir der Verkäufer, dass der Techniker nach Dharamsala fahren müsse um die USB-Buchse zu besorgen und daher noch ein bisschen Zeit benötige, aber das Gerät repariert werden könnte. Daher entschied ich mich gleich eine Sim-Karte mit Datenvolumen zu nehmen. Für diese musste ich mich registrieren, mit Passbild, das auch gleich vor Ort kostenpflichtig erstellt wurde, sowie mit Vorlage meines Reisepasses, der genauso wie in jedem Gästehaus kopiert wurde. Das Formular musste ich nicht ausfüllen und der gesamte Vorgang dauerte eine recht lange Zeit, vor allem, da noch andere Kunden zwischendrin noch einen Bus buchen wollten. Nachdem der Antrag der Sim-Karte erledigt war, bekam ich mein Telefon wieder, allerdings passte das Ladekabel, das ich bei mir hatte nicht mehr und ich erhielt gleich ein neues Ladekabel für 695 Rupien – das nenne ich mal geschäftstüchtig. Auch die Reparatur des Gerätes stieg durch den Aufwand auf 600 Rupien an. Alles zusammen, Reparatur, neues Kabel, Sim-Karte und Passfotos haben dann auch umgerechnet fast 27 € gekostet.

Anschließend bin ich wieder ins Restaurant zurückgekehrt und habe mir zum Trost Momos gegönnt. Nachdem ich bestellt hatte kam Sebastian ins Restaurant und setzte sich zu mir und wir unterhielten uns, unterbrochen von meinem Essen und seinem Lesen, er hat das Buch fast fertig.

Das Visum für Indien mit dem schwedischen Pass war um einiges günstiger als mit seinem britischen Pass und auch um einiges günstiger als mein Visum. Scheinbar ist die schwedische Nationalität und damit der schwedische Reisepass weltweit auf Rang 2 für einfacheres Reisen, da man mit diesem Pass weniger Visas beantragen muss und dann scheinen diese günstiger zu sein. Wahrscheinlich sehe ich Ihn morgen das letzte mal, wenn er das Buch fertig gelesen hat und zurück bringt.

Es fängt wieder stärker an zu regnen und es ist auch heute wieder sehr viel los, mittlerweile weiß ich von Vicky und Jamie, dass es am indischen Unabhängigkeitstag am 15. August liegt, weswegen viele Inder nach McLeod Ganj kommen um ein paar Tage zu feiern. Das Gästehaus ist jetzt auch wie viele andere Unterkunftsmöglichkeiten komplett ausgebucht. Auch hier muss ich sagen, stehen die Inder den Europäern in nichts nach – im Müll einer umgeworfenen Mülltonne auf dem Weg zu meinem Zimmer, wer diese umgekippt hat kann ich nicht sagen, es können auch Tiere auf der Suche nach Nahurng gewesen sein, lag unter anderem ein gebrauchtes Kondom.
Den Rest des Tages habe ich größtenteils auf dem Zimmer schlafend verbracht, da es recht kühl ist und ich noch müde vom gestrigen Tag war.

Ich bekomme hier leider gerade keine andere Formatierung des Textes hin, in meinem Entwurf und wenn ich auf Bearbeiten gehe, habe ich meine ganzen Absätze und die Trennungen der verschiedenen Tage.

1. Fragen und Antworten 10.08.2016

Heute vor einer Woche hab ich mich auf die Reise nach Indien begeben.
Mittlerweile habe ich mich zumindest ein bisschen an den Lärm tagsüber gewöhnt, Nachts habe ich zum Glück mittlerweile ein ruhiges Zimmer, das darüberhinaus auch riesig und sauber ist.
Ich wurde mittlerweile auch schon mit Fragen konfrontiert. Einige möchte ich nun beantworten:

1) Mach ich was anderes ausser essen?
– da aktuell Regenzeit ist, gibt es nicht arg viel anderes zu tun. Meine Kleidung, inclusive der Regenjacke wird nicht trocken, daher versuche ich ab sofort so trocken wie möglich zu bleiben, irgendwann sollte diese auch wieder trocken sein. Unter anderem besuche ich aus diesem Grund auch die Kochkurse. Okay, hier wird anschließend auch gegessen, aber das Kochen steht im Vordergrund und man knüpft einfacher Kontakte.

2) Ob es bis jetzt teuer ist?
– Ja es ist wohl für indische Verhältnisse teilweise teuer. Meine Übernachtungen kosteten bisher zwischen 700 und 900 Rupien, das sind ca. 10 bis 13 €. Wenn ich essen gehe kosten die Momos um die 90 Rupien, ein Getränk für 40 Rupien , das sind ca. 1,90 €. Ein Kochkurs bei Sangye kostet 250 Rupien, ungefähr 3,50 oder 3,60 €.
Die Übernachtungen liegen über dem Durchschnitt, die Essenspreise dürften auch im restlichen Indien auf ähnlichem Niveau liegen. Das werde ich aber noch früh genug erfahren. Im übrigen gibt es auch günstigere Zimmer, jedoch sind diese schon ausgebucht (zumindest wo ich überall angefragt habe).

3) Wie gefällt es mir bis jetzt?
– Trotz Regenzeit, oder vielleicht gerade deswegen, ist es hier noch recht ruhig. Wobei in McLeod Ganj (der Ort mit den zweitmeisten Niederschlägen weltweit) eine recht angenehme, friedliche Atmosphäre herrscht. Die Stadt ist sehr bunt, nicht zuletzt auch durch die vielen Stände am Straßenrand. Hier bekommt man alles mögliche, von Nahrungsmittel, Tüchern, Kleidung, Taschen, Regenbekleidung, Flöten, Gebetsmühlen bis hin zu zubereiteten Speisen so ziemlich alles und die Ortsansässigen kaufen hier ebenfalls ein. Auch wenn es nicht viel zu tun gibt, ist es herrlich wie man sich selbst mal “herunterfahren” kann. Wobei im Winter soll es hier viel Schnee haben, es wird aber sicher keinen Schneeräumdienst geben, so dass hier der Ort noch ruhiger werden dürfte.

4) Wo bleiben die Fotos?
– Die Fotos würde ich gerne mit Euch teilen, jedoch ist das WiFi hier so langsam und unzuverlässig, dass ich meine Texte selbst über die App “Evernote” schreibe und wenn ich denke eine stabile Verbindung zu haben versuche ich den Text online zu bringen, was bisher ganz gut klappt. Ich werde mal schauen, ob ich jemand Freiwilligen finde, der die Bilder, fall ich diese in die Dropbox hochladen kann, auf den Blog stellt.
Im Zimmer habe ich auch nur geringen WiFi Empfang am Fenster, jedoch bekomme ich da auch so gut wie keinen Datendurchsatz. Eine Nachricht auf Skype braucht teils bis zu 10 Minuten bis sie zugestellt wird, von Internetseiten aufrufen will ich gar nicht reden.

5) Beschreib doch den Wasserfall.
– Wie beschreibt man einen Wasserfall? Wenn man den Baghsu Wasserfall mit dem Bad Uracher Wasserfall vergleichen möchte, würde ich sagen, ein Rinnsal. Nun durch die Regenzeit führt auch der Wasserfall mehr Wasser und ist doch schon als solchen zu bezeichnen. Man sagte mir, außerhalb der Regenzeit lohne ein Besuch dort nicht wirklich. An der höchstmöglichen Stelle, befindet sich ein natürliches Becken in dem man aktuell baden kann sowie für Besucher Imbisse und Cafes die man auch über den Aufstieg verteilt finden kann. Nach diesem Becken stürzt der Bach, selbst in der Regenzeit tue ich mich schwer von einem Fluss zu sprechen, über mehrere kleinere Stufen geschätzt einen Kilometer weit in die Tiefe, wobei das nicht mehr viel von einem Wasserfall hat, sondern eher von einem steilen Bachverlauf.
Der Weg zum Becken ist mit Steinplatten gut ausgebaut, es stehen in regelmässigen Abständen Mülleimer, von den Waste Warriors aufgestellt, und trotzdem gibt es genug Menschen die diese nicht nutzen, Müll liegt überall herum. Kein Wunder, dass jeden Donnerstag ein “Waterfall Clean Up” gestartet wird.

6) Warum ich noch keinen Müll sammle?
– Auf meine letzten Kontaktversuche habe ich keine Antworten bekommen und nachdem ich jetzt die lokalen Verhältnisse gesehen habe, ist mir klar geworden, dass es keine Tageswanderungen sind, sondern nur wenige Meter, da kann ich mich auch selbst einlaufen. Dann wie bereits erwähnt ist Regenzeit und all zu viel durchnässte Kleidung kann ich mir nicht leisten, sonst laufe ich hier ab dem dritten Müllsammeln nackt herum und das ist meines Wissens nach immer noch nicht gerne gesehen.

7) Ob ich den Dalai Lama den schon getroffen habe.
– Hier muss ich verneinen, er ist momentan in Ladakh und kommt erst zum 28. August wohl wieder nach McLeod Ganj. Aber hier auf den Straßen sieht man ettliche buddhistische Mönche und ich glaube auch schon zwei hinduistische Mönche gesehen zu haben.

Falls Ihr Fragen habt, einfach stellen. entweder über die Kommentarfunktion des Blogs (einfach reinschreiben, falls Ihr die Frage nicht dort in den Kommentaren veröffentlicht haben möchtet), Facebook oder über Email.

Gewöhnt Euch nicht an die Vielzahl der Einträge hier, spätestens wenn die Regenzeit vorbei ist werden die Veröffentlichungen länger auf sich warten lassen.

Liebe Grüße
Heiko

Die netten Begegnungen häufen sich – und Touristen Attraktion

Montag 8.8.
Nach dem Aufstehen hab ich mein neues Zimmer bezogen, es ist größer, sauberer und ruhiger aber aufgrund der Lage hat es keine WLAN-Versorgung und es liegt einige Meter tiefer als das Zimmer zuvor. Man kommt zu dem Zimmer durch enge Wege und über verschiedene Treppen. Das Zimmer ist auch naturnah, das heißt es kräucht und fleucht hier mehr Getier herum, bisher hatte ich einen Käfer und mehrere, wahrscheinlich asiatische Silberfischle, die aber keinen ausgeprägten Fluchtreflex zeigen.

Mein Frühstück habe ich heute mal nicht im angegliederten Restaurant (Nick’s Italian Kitchen) sondern im Snow Lion eingenommen, es gab Knusprige Kartoffeln mit grünen Chillies, von denen ich zwei Stück als “Anstandsrest” übrig gelassen habe. Von der Schärfe her war es ein bisschen heftig für das Frühstück, aber das bin ich langsam von den Momos gewöhnt, hier gibt es immer eine Chilisoße dazu. Ich rede mir ein, dass dieses scharfe Essen bis jetzt meinen Magen vor größeren Problemen bewahrt, da ich beim Zähneputzen das Leitungswasser nutze, keine besondere Sorgfalt bei der Nahrungs- und Getränkeauswahl walten lasse und auch kein Besteck vor Nutzung nochmal abwische. Gut es könnte natürlich auch sein, dass hier in McLeod Ganj andere hygienische Verhältnisse herrschen, wie im Großteil von Indien, aber dafür haben wir hier auch gereade die Regenzeit, die oftmals als problematisch bezüglich der Hygieneverhältnisse bezeichnet wird. Ja ich weiß, ich sollte auf mich aufpassen, aber je schneller sich der Körper darauf einstellt, desto besser, finde ich.

Auf dem Weg zum Brotbackkurs lief ich Vicki (ich frag ihn sobald ich ihn sehe nach der Schreibweise) wieder in die Arme. Er versucht nun schon den dritten Tag sich mir als Führer anzubieten. Wir haben uns nett unterhalten und ich hab Ihn zu Tee und Kuchen eingeladen.

Bei Woesners Bakery angekommen war ich kurz enttäuscht, es schien geschlossen zu sein, im Untergeschoss des Kinos war es dunkel. Wie sich herausgestellt hat, war mal wieder der Strom ausgefallen und das “Cafe” hatte nur eine Minimalbeleuchtung. Vicki bezeichnet mich als Freund und hat mir auch als Freund, nicht mehr als Guide Hilfe angeboten, wenn ich welche benötige. (In der Vitrine sind normalerweise die Kuchen, je ein Stück, ausgestellt. Das Cafe machte gerade zu.)

Anschließend ging es wieder zu Sangye, heute wie bereits erwähnt zum Brot backen. Auf dem Plan steht “Tingmo, Onion Loaf, Special Brown Bread und Kapse”. Das Tingmo ist ein Brot, dass mit einer Füllung dampfgegart wird, auf der Straße wird es meist ohne Füllung verkauft. Aus der zweiten Teil des Teiges für das Tingmo wurde eine übergroße Momos-ähnliche Tasche geformt und gefüllt. Diese Tasche wurde dann wie das Brown Bread in der Pfanne zubereitet.
Da die Stromausfälle nicht zu selten sind, wird hier noch vieles mit Gas zubereitet, so auch in Sangye’s Kitchen. Bei Brot denken wir erst mal an einen Backofen, diese gibt es zwar auch mit Gas betrieben, dies hatte ich vor rund acht Jahren live in der Ukraine gesehen, aber Sangye hat nur zwei Gaskochstellen.
Die Kapse, dass sind tibetische Kekse waren mit Ei, das heißt nicht vegan und wurden im Wok ausgebacken/frittiert. Laut Sangye sorgt das Ei dafür, dass sich der Teig beim frittieren nicht mit Öl voll saugt. Sangye ist kein Experte für vegane Kost, ich gehe davon aus, dass er mit dem Begriff vegan nichts anfangen kann und bin der Meinung, dass die Kekse genausogut, wenn nicht sogar besser vegan hergestellt werden können.


Trotzdem war es ein toller Kochkurs und hat wieder viel Spaß gemacht, dieses mal waren wir nur zweit Teilnehmer und ich habe mich mit der netten Dame aus Singapur zum Momoskochkurs am Donnerstag nochmals angemeldet. Zum einen gibt es in McLeod Ganj keine süßen Momos zu kaufen, zum anderen möchte ich dann Videos vom Kurs machen. Meine “Mitschülerin” hat mir noch einen Backwarenstand mit teils veganem Angebot gezeigt, unter anderem gab es einen veganen Kuchen mit Namen Black Forrest. Die tun hier viel um mich zu behalten.

Zurück in Kunga’s Gästehaus ist mir aufgefallen, dass ich noch keine Momos hatte. Diesen Missstand hab ich natürlich sofort korrigiert.


Die Nacht auf den heutigen Tag begann recht ruhig und ich konnte früher schlafen, wurde jedoch von soetwas wie Baulärm geweckt, unter meinem Balkon werkelten ein paar Inder herum. Ein bisschen grummelig konnte ich im Bett noch rumdösen, bis ich dann ins Bad ging und bei nicht so warmen Wasser wie gewünscht eine Dusche nahm. Der Tag fing ja mal gut an.

Mittlerweile mach ich mir keine Gedanken mehr darüber, dass ich so spät fit werde. Meine Bekanntschaft aus Singapur meinte gestern, dass dies wohl am Ort und Wetter liegt. Die Läden würden auch erst spät öffnen.

Zum Frühstück war ich heute wieder in Nicks Italian Kitchen und hatte die obligatorischen Momos. Am Nachbartisch setzte sich eine junge Dame asiatischen, aber nicht indischen, Ursprungs und erkundigte sich bei mir was ich denn essen würde und bestellte sich ebenso Momos mit Spinat und Tofu. Als sie ihre Momos gegessen hatte, fragte ich, ob sie ihr denn geschmeckt hatten. Diese Frage beantwortete sie, wie erwartet, positiv. Nun erzählte ich ihr vom Kochkurs mit Sangye und das ich am Donnerstag wieder hingehen will und lud sie ein doch mitzukommen. Wir hatten eine nette Unterhaltung in der sich rausstellte, dass sie von Tibet stammt und in 2006 zu “Miss Tibet” gewählt wurde. Wir wollen uns am Mittwoch wieder treffen.

Am Nachmittag bin ich nach Baghsu gelaufen und hab mir den Wasserfall angeschaut. Heute vormittag hatte es nicht geregnet, ich nahm trotzdem die Regenjacke mit. Kurz vor demWasserfalll kam sie auch zum Einsatz. Auf dem ganzen Weg hin und zurück wurde ich “Tourist” zur Attraktion und musste für etliche Selfies mit Indern posieren. Soviele Bilder wurden die letzten Jahre nicht von mir gemacht. Der Weg zum Wasserfall führte an einem öffentlichem Schwimmbad auf einem Platz vorbei. Hier waren etliche Inder in Badehose zu sehen, lt. meinen Reiseführern sollte es sowas nicht geben und ich hab die Badehose nicht eingepackt. Am Wasserfall oben angekommen waren ebenfalls Inder in Badehosen oder oben ohne und waren sehr ausgelassen, posierten für Bilder und Selfies. Es ist witzig den Menschen beim posieren zuzusehen, wie die Haare gerichtet werden, die Sonnenbrille von Person zu Person weitergegeben werden, mal die linke oder rechte Wange als fotogener erachtet wird. Aber eigentlich ist das schon ein krankhafter Zustand. Eine Gruppe ist unterwegs und keiner kommt auf den Gedanken, dass er von einem Freund fotografiert werden könnte.

Im Gästehaus angekommen hab ich mich der durchnässten Kleidung entledigt und ins Bett gesteckt um mich wieder aufzuwärmen.

Das Abendessen war heute abenteuerlich: Momos in der Suppe.

Heute geht es früh ins Bett, morgen wird ein gefüllter Tag. Ich möchte in ein Museum gehen.

 

Langsam wirds…

Nun bin ich also schon den dritten Tag in Indien und mein Biorhytmus ist immer noch in Deutschland, dies soll sich heute ändern, ich werde heute vor dem Tageswechsel ins Bett gehen. Zumindest ist das mein Plan. Mal schauen wie lange ich für den Eintrag hier brauche…

Gestern war ich die erste Runde in McLeod Ganj laufen und hab mir mal ein bisschen die Stadt angeschaut, nachdem am Donnerstag außer schlafen und Lebenszeichen nach Deutschland geben nicht mehr viel passierte.
Auf meiner Tour durch die Stadt kam ich auch zum Buddhistischen Tempel Tsug Lagkhang der dem Sitz des Dalai Lama angegliedert ist. Ich wollte mir den Tempel anschauen, jedoch wurden zu dem Zeitpunkt gerade Mantras rezitiert. Ich wollte hierbei nicht stören und habe einen kurzen Blick nur in den Tempel geworfen und nahm mit den Gebetsmühlen vorlieb. Hierbei war ich wohl einem Affen im Weg als er einem anderen Gast hinterher ist – mir geht es gut.

Heute bin ich aus dem “Green”-Gästehaus ausgezogen und in das drei Häuser in Richtung des Busbahnhofes liegende “Kunga”-Gästehaus eingezogen.

Dem Gästehaus angeschlossen ist auch ein Restaurant in dem ich meistens meine Speisen einnehme. Mein Favorit sind die tibetischen Mauldäschle mit Spinat und Tofu sowie scharfer Soße. Da die Tibeter nicht so gut Schwäbisch können, nennen sie die Mauldäschle halt Momos.

Die Vorteile der neuen Unterkunft sind unter anderem, näher am Essen, kein Schimmel im Zimmer und sehr viel heller. Leider gibt es auch ein Nachteil, welcher, je nach dem wie schwerwiegend er heute ausfällt, für die Verweildauer in diesem Gästehaus entscheidend sein wird. Das Zimmer liegt an der Straße und ist dadurch ein “bisschen” lauter.

Der heutige Tag fing mit Starkregen, kaum Schlaf in der Nacht und einem Stromausfall an.
Als ich dann für den Umzug alles im Rucksack verstaut hatte und der Starkregen in starken Dauerregen übergegangen ist, durfte auch das “Regenmäntelchen” des Rucksacks und meine Regenjacke zum ersten Einsatz kommen.

In der neuen Unterkunft wurde mir dann das Zimmer gezeigt, war zwar nicht das günstigste, aber immer noch günstiger als das Zimmer zuvor.
Nach der Übergabe des Zimmers ging es erst mal wieder Mauldäschle essen – ich mach morgen Bilder davon.
Ich werde noch versuchen die Bilder der Zimmer irgendwo einzustellen. Auch hier gab es Anfangs Probleme mit dem Strom, diese scheinen aber mittlerweile wieder behoben zu sein. In einer Phase mit vorhandenem Strom habe ich dann schnell geduscht, hier wird das Wasser mit einem Boiler erhitzt, der ohne Strom natürlich auch kein warmes Wasser anbieten kann.
Danach noch kurz über Skype unter anderem ein Lebenszeichen nach Deutschland geschickt und danach noch “Adressen” in der Stadt rausgesucht. Die Adresse meiner Unterkunft z.B. lautet “Kunga’s Guest House, Baghsu Road, McLeod Ganj”. Entsprechend suche ich mir hier einen Wolf ab, aber langsam wird es, habe immerhin die Touristeninformation (die hatte ich gestern schon gesucht) recht schnell gefunden, für die Woeser Bakery, in der es auch vegane Kuchen gibt, und Sangye’s Kitchen habe ich aber auch wieder länger gebraucht.

Was hat es mit der Sangye’s Kitchen auf sich? Dort werden Kochkurse angeboten und morgen sind *Trommelwirbel* Momos dran.
Eventuell werde ich auch noch einen angebotenen Brotbackkurs dort belegen.

So nun werde ich ins Bett gehen, die Betten sind im übrigen viel zu kurz, zum Glück habe ich bis jetzt nur Doppelbetten gehabt, da kann ich mich quer reinlegen, damit haben die Füsse auch eine Chance unter die Decke zu kommen.
Es ist nun 23.53 Uhr und ich habs geschafft – dafür hat das Internet gesponnen, ist aber immer noch wesentlich früher als gestern 😉

P.S.: Axel und Angela – ich warte auf Euren Einsatz